Annegret Kramp-Karrenbauer beim MIT Neujahrsempfang

Datum des Artikels 28.01.2019

Über 600 Besucher beim Neujahrsempfang der MIT und der CDU Enzkreis-Pforzheim in Huchenfeld

Um zehn vor vier an diesem Samstag wird es unruhig im Eingangsbereich der Hochfeldhalle. Pünktlich, sogar ein paar Minuten früher als gedacht, trifft die neue CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer im Pforzheimer Stadtteil Huchenfeld zum Neujahrsempfang der Kreisverbände von CDU und Mittelstandsvereinigung (MIT) ein. Und alle, die dazu auserkoren sind, sie in Empfang zu nehmen, rücken vor in Richtung Tür. Das sind eine ganze Menge: Neben der örtlichen CDU-Prominenz wie dem Kreisvorsitzenden Gunther Krichbaum und Pforzheims OB Peter Boch wird auch ein Gruppenbild mit AKK und den anwesenden Kandidaten für den Pforzheimer Gemeinderat fotografiert. Später in ihrer Rede stärkt die Bundesvorsitzende ihnen gezielt den Rücken.

Es sei, sagt Kramp-Karrenbauer, die kommunale Ebene, der Zustand der Straßen vor ihrer Haustür etwa, anhand der immer mehr Leute die Frage beantworteten, ob die Politik für sie gut oder schlecht sei. „Es gibt keine große oder kleine Politik, nur gute oder schlechte.“ Die CDU in Pforzeim habe mit ihren Gemeinderatskandidaten einen guten Mix von jung und alt, Männern und Frauen, die bereit wären, hier Verantwortung zu übernehmen. „Das zeigt die Attraktivität unserer Partei“, freut sich die Bundesvorsitzende. „Es kommt auf jeden Einzelnen an.“ Man dürfe das Gemeinwesen nicht denjenigen überlassen, die nur solche Antworten haben, die man nicht wolle, appelliert sie – auch wenn das bedeute, immer wieder auch „im besten Sinn politischen Streit“ führen zu müssen.

Für die eigene Partei aber setzt die neue Vorsitzende auf Geschlossenheit nach einem Dreier-Wettbewerb um die Parteispitze, mit dem die CDU das Kerngeschäft der Demokratie auf bewundernswerte Weise betrieben habe. Fürs Land gehe es nun wieder darum, einen Wohlstand erst zu erwirtschaften, bevor man etwas verteilen könne, sagt Kramp-Karrenbauer unter dem Beifall der rund 600 Anwesenden. Sie teilt in Richtung der Konkurrenz aus, am schärfsten gegen Grüne und die Umwelthilfe, spricht von Bevormundung etwa bei den Dieselverboten, was sie ablehne, weil Tausende von Arbeitsplätzen auch in ihrer saarländischen Heimat daran hängen: „Gerade Sie in Pforzheim wissen doch, was Strukturwandel bedeutet.“

Den Soli will sie für alle abschaffen, nicht nur, wie es im Koalitionsvertrag steht, für 90 Prozent der Steuerzahler. Zu den restlichen zehn zählten ganz viele Inhaber von Handwerksbetrieben, und diese zu entlasten, sei eben auch Wirtschaftsförderung. Angesichts der wirtschaftlichen und außenpolitischen Entwicklungen sei 2019 ein herausforderndes Jahr, aber: Wenn man sich anschaue, was Deutschland nach zwei Weltkriegen und mit dem Fall der Mauer hinbekommen habe, „dann schaffen wir das heute erst recht“, schließt Annegret Kramp-Karrenbauer. Eine Version des „Wir schaffen das“, die ankommt – minutenlang spendet das Publikum Beifall.

Text: Marek Klimanski - pz-news 28.01.2019

Fotos: Dieter Vortisch